
Endlich war es soweit, unser Segeltörn ging los... wir
mussten irgendwie noch den Tag in Airlie Beach totschlagen, da der Trip erst abends
um 19:00 Uhr losging. Da es dort eine Lagune zum Schwimmen gab, fiel uns das
aber nicht so schwer ... Wir sind dann am Abend mit unserem Wohnmobil zum Hafen,
haben es dort für die nächsten 3 Tage geparkt und sind mit den anderen 23
Personen und den 6 Crew-Mitgliedern an Bord gegangen. Kurze Vorstellung, und
dann ging es im Stockdunkeln los, drei Stunden mit Motor zu der nördlichsten
Insel der Whitsundays.. wir haben erstmal unsere Kajüten bezogen und das Schiff
erkundet.
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| Solway Lass |
Unsere Heimat für die nächsten 3 Tage war die „Solway Lass“,
ein altes Segelschiff, ein Zweimaster, der schon im Jahre 1902 erbaut wurde –
man fühlte sich ein bisschen wie bei „Pirates of the Caribbean“. Sie kam gerade
frisch aus der Renovierung und sah fast aus wie neu, hier und da war die Farbe
noch nicht ganz trocken, aber das legte sich bald.

Am ersten Morgen war gleich Schnorcheln und Tauchen angesagt,
dafür wurden erstmal alle mit einem schicken Stingersuit ausgestattet, wie ein
normaler wetsuit, nur aus dünnerem Material. Leider gibt es hier ziemlich
gefährliche Quallen, die wir zwar noch nie gesehen haben, deren Berührung aber
sehr schmerzhaft bis tödlich sein soll. Und wir wollen ja kein Risiko
eingehen...
Für das Scubadiving wurde man mit dem Schlauchboot auf ein
Tauchboot gefahren und zum Schnorcheln nur ein bisschen näher ans Land gebracht
– man hat tolle Korallen und Fische gesehen, und es war ein super schöner Tauchgang.
Das Gleiche hat man zwar auch beim Schnorcheln gesehen, hier halt eher von oben
und bei mir eher von der Seite. Klasse auf jeden Fall.
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| Tarzan...oder war es Jane? |
Und dann gab es da auch noch den Tarzansprung – an einer
Leine, die irgendwo oben an einem Mast befestigt war, ins Wasser springen. Zumindest
Hannah und Finn konnten gar nicht genug davon bekommen. Hannah hatte am
nächsten Tag sogar Muskelkater...
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| Tom am Steuer |
Nach dem Mittagessen sind wir weitergefahren zu einer neuen Schnorchel
Site. Tom hat das Schnorcheln noch nicht so richtig gepackt – dafür hat er sich
aber mit Jimmi angefreundet, der normalerweise das Schlauchboot fuhr, mit dem wir
an Land und wieder zurückgebracht wurden. Und ab da gehörte Tom sozusagen zur
Crew und durfte das Boot fahren – was er natürlich großartig fand.
Hier wurde auch das „extreme snorkeling“ entdeckt – man hält
sich an einer Leine hinter dem Schlauchboot fest und wird sanft durchs Wasser
gezogen – oder, wenn Tom das Boot fährt, auch etwas schneller, allerdings sieht
man dann nur noch Luftbläschen...

Während wir beim Schnorcheln und am Strand waren, war die
Crew damit beschäftigt, die 11 Segel, die während der Zeit in der Werft
abgenommen waren, wieder an Ort und Stelle zu befestigen – ganz schön
abenteuerlich, da dann bis zu 4 Leute ziemlich weit oben (ca. 25 Meter) in der
Takelage rumturnten und die Segel fest machten...am ersten Tag sind wir noch nicht
gesegelt, das war erst für den 2. Tag geplant.
Nach Schnorcheln, Tauchen, Tarzansprung und Boot fahren
waren wir ziemlich platt und sind früh in unsere Betten gefallen und haben
geschlafen.
Am nächsten Morgen sind wir nur ein kurzes Stück gefahren,
wurden dann an Land gebracht und sind nach einer kurzen Wanderung nach
Whitehaven Beach gekommen – ein Traum! Durch irgendwelche geologischen
Besonderheiten liegt hier der „reinste“ Sand, der so fein ist, dass man damit
seinen Schmuck reinigen kann (oder wahlweise seine Haut oder Zähne) – dadurch ist
er aber auch richtig weiß und und es sieht toll aus. Leider versteckte sich die
Sonne hinter ein paar Wolken, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch.
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| Whitehaven Beach |


Auf unserem
Schiff war auch eine Familie aus Bayern, Eltern, die Ihren Sohn und dessen
Freund nach 6 Monaten Australien abholten und noch ein bisschen zusammen
reisten. Mit denen haben die kids einen Ferrari für Finn gebaut– das Ergebnis
kann sich sehen lassen!

Nach diesem Landgang wollten wir segeln – es dauert allerdings
ca. 40 Minuten, bis alle Segel gehisst sind (und ca. 90 Minuten, bis wieder
alle verstaut sind), da überlegt man schon mal, ob der Wind wirklich aus der richtigen
Richtung kommt. Als dann alle Segel an Ort und Stelle waren (was nicht wirklich
auf Anhieb klappte), jeder mal an irgendwelchen Seilen ziehen durfte, sind wir
ziemlich gemächlich los gesegelt – da merkte man erstmal, was die Solway Lass
für ein tolles Schiff war. Überhaupt hatte man ziemlich viel Platz und man
konnte sich auch mal bewegen im Gegensatz zu einem modernen kleinen Segelboot.


Alles in allem war der gesamte Trip eine echt runde Sache
und obwohl wir vorher ein paar Bedenken hatten (große Gruppe, wenig Kinder usw.),
waren sowohl die Mitreisenden als auch die Crew echt nett. Isabella in der
Küche machte sich immer total viel Mühe mit dem Essen und drei Tage nicht kochen
und spülen hat schon auch was.

Mein persönliches Highlight war, das ich quasi eine
Schildkröte getroffen habe, die ganz gemächlich vor mir her geschwommen ist,
und die ich eigentlich hätte anfassen können, wenn ich mich getraut hätte. Toms
Highlight war das Boot fahren, Finns der Tarzansprung, Hannahs das Schnorcheln
und der Tarzansprung und Henriks auch die Schildkröte und die metergroßen Napoleonfische
beim Schnorcheln... Es war also für jeden etwas dabei.
Die Whitsundays waren auch echt super, die Landschaft ist
traumschön und sollten auf keiner Australienreise fehlen und leider war der
Segeltörn auf der Solway Lass dann auch schon wieder vorbei.
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