Freitag, 20. Mai 2016

09.05. - 19.05.: Der Weg nach Norden, Teil 3

Nach dem wir aus unserem ganz persönlichen Paradies Heron Island wieder aufs Festland zurückgekommen sind, hatten wir knapp 2 Wochen Zeit, um an der Küste bis Airlie Beach zu kommen, von wo aus wir einen Segeltörn durch die Whitsunday Islands geplant haben.


Da wir relativ viel Zeit hatten, sind wir zuerst nochmal ins Inland gefahren, um dort in der Carnarvon Gorge wandern zu gehen – diesen Umweg von ca. 450 km einen Weg machen die wenigsten Touristen, da die Fahrt schon ziemlich lange ist. Wir haben noch einen Zwischenstopp in Moura gemacht, einem kleinen Städtchen in the middle of nowhere, um die lange Fahrt zu splitten.
450km klingen grundsätzlich nicht viel, aber man darf nicht vergessen, dass hier der Highway zwar schnurgerade Richtung Westen ins Landesinnere geht, an endlosen Viehfarmen vorbei, und weiter ins Nichts... und davon gab es wirklich viel nichts...aber die Straßen werden oft immer schlechter. Man darf hier sowieso nur 100 kmh fahren- schneller schafft unser Wohnmobil eh nicht, aber man muss trotzdem ständig auf der Hut sein, dass einem kein Känguru, Emu oder sonstiges Wildlife vors Auto läuft. Ansonsten begegnet einem kaum ein anderes Auto, nur dann und wann ein Roadtrain, der einen schier von der Straße fegt... Abends darf oder soll man nicht fahren, da dann die Känguru – Frequenz rapide zunimmt. Und da es hier zur Zeit um 17:30 Uhr stockdunkel ist, bleiben nicht mehr soviel Stunden zum Fahren...

Wie auch immer, irgendwann waren wir tatsächlich an der Carnarvon Gorge angekommen – der Campingplatz lag sehr malerisch am Creek (einem kleinen Flüßchen) direkt am Eingang der Schlucht. Bevor wir am nächsten Morgen zur Wanderung starten konnten, waren wir bei Sonnenaufgang um 6 Uhr früh am Platypus Pool, da hier eine der drei Stellen weltweit sein sollte, wo man die scheuen Tiere in der Wildnis sehen sollte. Und wir hatten tatsächlich Glück, wir haben sogar dreimal einen dieser kleinen Burschen gesehen – Wahnsinn! Platypus sind übrigens sehr eigenartige Tiere, die es nur in Australien gibt, eierlegende Säugetiere mit Entenschnabel, die im Wasser leben – genau so, wie es klingt, sehen sie auch aus...aber es war toll, sie live zu sehen.



noch eine Creeküberquerung
eine der ersten
Creeküberquerungen
Danach konnten wir aufbrechen und unsere Wanderung durch die Schlucht beginnen, bei der wir grandiose 23 km gewandert sind, den gleichen Creek genau 42 mal überquert haben, und insgesamt 7 Stunden gelaufen sind – ganz schön anstrengend, aber die Kinder wollten unbedingt ganz am Ende der Schlucht noch in einen wilden Rockpool...und schwupps, kommen ein paar Kilometer zusammen. Unterwegs kam man an tollen Wandmalereien der Aborigines vorbei und weiteren imposanten Felsformationen, ständig wechselnden Landschaften und, wie gesagt, vielen Creeküberquerungen (Hannah und ich sind auch prompt ins Wasser getreten).
Malereien der Aborigines
 









Wir sind kurz vorm Dunkelwerden zurückgekommen und waren echt fertig, nur um am nächsten Tag gleich wieder zur nächsten Wanderung aufzubrechen – dieses Mal aber nicht so heftig. Wir sind dieses Mal nur hoch auf einen Logout (ca. 920 Stufen), um die Schlucht auch mal von oben zu sehen und zum Mickeys Creek, wo wir in eine echt enge Schlucht geklettert sind, bis wir irgendwann nicht mehr weiterkamen. Beim Klettern haben Tom und Hannah es irgendwie geschafft, abzurutschen und bis zur Brust im Wasser zu stehen und den Rest der Wanderung pitschnass zurückzulegen – was dem Spaß aber keinen Abbruch getan hat – aber es war alles in allem ziemlich abenteuerlich. Insgesamt ein grandioser Abstecher ins Landesinnere.

Danach sind wir wieder an die Küste zurückgefahren, und haben zwei Nächte in Yeppoon verbracht, einem Campingplatz direkt am Meer – das sind immer die schönsten Plätze, wenn man morgens aus dem Fenster schon den Sonnenaufgang über dem Meer anschauen kann, und abends mit Wellenrauschen im Hintergrund einschläft. Und einen Tag am Meer, mit Lesen, Spazieren und Kaffee kann man doch auch gut rumkriegen...







Weiter ging es zu den Capricorn Caves: eine große Höhle, die man besichtigen konnte – oder in der man „family adventure caving“ machen konnte...Henrik meinte noch, das ist ab 5 Jahren, hoffentlich wird das nicht ZU easy. Naja, soviel Geschiss die Australier immer bezüglich sämtlicher Sicherheitsvorkehrungen machen, hier war es anders herum – wir hatten einen Führer, mit dem wir in der stockdunklen Höhle herumkletterten und der uns dann immer in irgendwelche Gänge, Windungen oder Kammern schickte, aus denen wir dann wieder herauskommen mussten. Man musste sich winden, über den Boden robben und durch Löcher kriechen – genau mein Ding. Ich habe mich dann etwas zurückgehalten, aber der Rest der Familie fand es wieder super – und auch wenn ich nicht durch jedes Loch und an jeder Kröte vorbeigekrochen bin, hat es total Spaß gemacht und man sieht eine Höhle doch noch mal mit anderen Augen.

        

                           

Danach sind wir in einen Campground direkt am Strand gefahren... je weiter wir nach Norden kommen, desto näher kommen wir der Krokodilzone, zumindest wurden wir hier zum ersten Mal auf Krokodile aufmerksam gemacht – man soll eben vorsichtig sein, nicht zu nah am Wasser spazieren gehen usw... gesehen haben wir zum Glück noch keine, allerdings haben wir hier unsere neuen kleinen Feinde kennengelernt: nicht mehr die Mozzies (Moskitos), sondern die Midges (Sandfliegen) machen uns seit neustem hier das Leben echt schwer. Miniklein, kaum zu sehen, stechen sie entweder oder saugen But, allerdings mit dem Unterschied, dass ein Moskitostich nach 2 Tagen nicht mehr zu sehen ist, diese hier aber nach 2 Tagen erst richtig anfangen zu jucken – ungelogen, wir sehen alle aus als hätten wir Windpocken. Toll!
Eine unserer abendlichen
Beschäftigungen:
siedeln, was das Zeug hält....
Der Platz am Meer war aber trotzdem super und wir haben gelernt, dass man mit einem Wohnmobil auch durch Sand fahren kann – nicht ganz so tief wie auf Fraser Island, aber ein bisschen hatten wir schon Angst, steckenzubleiben...

Aber nach einer Nacht hatten wir genug und sind zum Eungella Nationalpark aufgebrochen. Seit wir den südlichen Wendekreis überquert haben, hat sich die Landschaft auch schon drastisch verändert – nach ewigen flachen trockenen Viehweiden, sind wir jetzt in der subtropischen Zone angekommen. Es ist total grün, mit vielen Palmen und die Viehfarmen wurden von endlosen Zuckerrohrplantagen (Sugarcane) abgelöst.

so hoch stand das Wasser
auf der Strasse
- ein Floodway eben...
Übernachtet haben wir hier in dem Platypus Bushcamp (noch ein Ort, wo man die Jungs sehen können sollte) – unglaublich. Ein etwas abgewrackter Alt-68er, Wazza genannt, hat auf seinem Land ein paar Stellplätze, zwei Toiletten und eine Dusche gebaut und hier konnte man übernachten. Irgendwie total skurril, aber mitten im Regenwald, die Dusche nach hinten offen, es war ziemlich cool. Platypus haben wir leider nicht gesehen, aber wir sind zu einem tollen Wasserfall gewandert, wo man auch baden konnte. Abends konnten wir endlich mal wieder ein Campfire und Stockbrot machen – an der Küste ist das kaum möglich. Hier haben wir auch mal ein paar Australier in unserem Alter getroffen, was normalerweise ziemlich selten ist. Unsere „fellow traveller“ sind hauptsächlich Rentner, (komisch, die anderen Australier müssen immer alle arbeiten ;o), hier bei den Australiern liebevoll „grey nomads“ genannt. Die sind zwar immer alle sehr nett, aber ein Gespräch mit jemanden in unserem Alter am Campfire macht schon auch echt Spaß! Eine australische Familie war auch mit zwei Kindern für ein Jahr unterwegs, so dass unsere kids mal nicht die einzigen waren, die morgens Schule machen mussten.

Die letzten Nächte vor unserem Segeltörn haben wir in Cape Hillsborough verbracht – man glaubt es kaum, mal wieder ein Nationalpark am Strand. Allerdings mit Strom, aber wie so häufig in letzter Zeit - ohne Empfang. Hier ließ es sich auch ohne weiteres 2 Nächte aushalten... schön war auch, dass die Attraktion eigentlich sein sollte, dass man morgens bei Sonnenaufgang ganz viele Kängurus am Strand sehen sollte. Henrik und ich waren auch um 6 Uhr morgens am Strand, wo schon um die 20 Personen waren, die um 5 Kängurus herumstanden... die gleichen Kängurus, die am Mittag dann direkt unter der Wäscheleine rumlagen und sich sonnten. Wir sind nach der morgendlichen Aktion auch direkt wieder ins Bett gegangen.


Nach 2 Tagen sind wir weiter nach Airlie Beach gefahren, von wo aus unser Segeltörn mit der Solway Lass am Samstag starten wird...

Donnerstag, 12. Mai 2016

01.05. - 08.05.: Heron Island



Wenn Fraser Island ein einziger großer Abenteuerspielplatz ist, dann ist Heron Island ein einziges Aquarium – unglaublich...doch gleich mehr dazu.

Nachdem wir von Fraser zurück waren und unser Wohnmobil wieder bezogen hatten, mussten wir noch 3 Tage überbrücken bis wir unseren „Kurzurlaub“ vom Wohnmobil auf Heron Island antraten.


Wir haben uns ein nettes Plätzchen an der Küste ausgesucht, der letzte Surfstrand an der Ostküste, Agnes Water and The Town of 1770 – das heisst wirklich so, da hier Captain Cook 1770 zum ersten Mal gelandet war. Der letzte Surfstrand, da ab hier das Great Barrier Reef vor der Küste liegt und die richtig großen Wellen abhält.
Der Campingplatz von Agnes Water war direkt am Wasser, die Wellen waren super, es gab ein Café direkt am Strand – insgesamt einer der besten Plätze, an denen wir waren. Es hat uns richtig gut gefallen.

Mittwoch mittag sind wir dann 
von Gladstone mit einem Katamaran nach Heron Island gefahren: eine kleine Insel mit einem Jetty und einem Resort am südlichen Ende des Great Barrier Reefs, das war übrigens noch ein Geburtstagsgeschenk für mich – ein Knaller. Die Überfahrt im Katamaran dauerte 2 Stunden und gegen 16 Uhr kamen wir auf der Insel an... leider war das Wetter etwas regnerisch und die Insel konnte noch nicht ganz ihren Charme entfalten. Bei der Einfahrt in den kleinen Hafen (oder eher an den Bootssteg) kam man schon an einem alten Wrack vorbei, das hier schon seit Jahren vor sich hin rostet und mittlerweile schon ein richtiger Spielplatz für Schnorchler und Taucher geworden ist.

Nach unserer Ankunft und dem Bezug der Zimmer – direkt am Strand -  gingen wir trotz Nieselregens noch an den Strand, wo erstmal ca. 25 Stachelrochen (stingrays) an uns vorbeischwammen, in ca. 2 Meter Abstand. Die Kinder waren sofort mit Schnorchel und Taucherbrille unterwegs...hier ist uns auch dann schon der erste Hai begegnet, den wir aber noch mit ziemlichen Respekt betrachtet haben...allerdings sind die Riffhaie hier total ungefährlich, obwohl sie mit bis zu 2 Meter Länge schon Respekt einflößend sind. Allerdings waren hier so viele unterwegs, dass auch da ein Gewöhnungseffekt eingetreten ist.
 
Allerdings habe ich noch nie ein Fleckchen Erde gesehen, wo sich so viele Meerestiere auf so engem Raum tummeln. Jedes Mal, wenn man ans Jetty ging, hat man Rochen, Schildkröten und Haie gesehen – fast wie im Aquarium. Und beim Schnorcheln war es natürlich auch super – tolle Korallen, viele Fische und immer mal wieder einer der Großen...man konnte entweder direkt vom Strand oder eben vom Jetty ins türkisblaue Meer hüpfen und war mitten drin.
Das Wetter war nach dem etwas zögerlichen Start auch super und Henrik und die Kinder waren ständig schnorcheln – allerdings konnte man immer nur 2 Stunden vor und nach der Flut vom Strand losgehen, danach war das Wasser nicht tief genug und man konnte zu Fuß bis zum Rand des Riffs gehen – wir haben auch einen Reefwalk mitgemacht, bei dem man viel über Korallen und die kleinen Fische und andere Meeresbewohner erfahren hat. Tom und ich haben uns auch einmal ein Glasbodenkayak geliehen, in dem man unter sich alles ganz klar gesehen hat – und das ohne nass zu werden ;o)

Am zweiten Tag sind wir alle zusammen auf einen Tauch- und Schnorchelausflug mit einem Boot gefahren. Die Kinder und Henrik zum Schnorcheln und ich zum Tauchen. Yeah, nach 13 Jahren meinen ersten Tauchgang – awesome (wie mein dive instructor immer sagte!) – es war wirklich unglaublich schön. Am Anfang war es noch ziemlich aufregend, da ich doch erst wieder reinkommen musste – Druckausgleich, Auftrieb (buoyancy), Tiefe, der Buddy... und dann schwamm uns auch gleich am Anfang noch ein Manta-Rochen vor die Brille, was mich mal gleich in Schnappatmung verfallen ließ. Nachdem die ersten aufregenden Minuten überstanden waren, lief es aber wieder rund und ich konnte den Tauchgang genießen. Am Ende haben wir noch einen zweiten Manta-Rochen getroffen, mit ca. 4,5 Meter Spannweite, die ziemlich selten sind, bestimmt 3 Schildkröten und wieder einen Hai – man wird schon ein bisschen verwöhnt.
Das war hier auf Heron echt toll, alle Tauchspots waren nur 10 Minuten mit dem Boot, kurze Einführung, dann 45 Minuten Tauchen und wieder zurück. Das war schon klasse, da ich ja die Einzige bin, die taucht...

Viel mehr konnte man auf der Insel eigentlich aber auch nicht machen, die Insel war mini, einmal Umrunden dauerte ca. 20 Minuten, und außer dem Resort gab es nur noch eine Research Station.


Aber das Schnorcheln, Tauchen, das türkisblaue Meer und die Meerestiere waren wirklich unglaublich und haben uns sehr begeistert – insgesamt eine der schönsten Ecken, die ich bis jetzt gesehen habe – man fühlte sich ein bisschen wie im Paradies.


Sonntag, 1. Mai 2016

24.04. - 30.04.: Fraser Island

Wenn Australien ein einziger großer Abenteuerspielplatz ist, dann ist Fraser Island die Sandkiste und der Rollercoaster in einem... Doch der Reihe nach.









Erstmal haben wir noch einen Tag in Noosa verbracht, wo wir eine total schöne Kayaktour gemacht haben ... schade nur, dass es genau an dem Tag ziemlich windig war, so dass es echt richtig anstrengend war, einmal gegen den Wind und einmal gegen die Gezeiten... aber es war trotzdem sehr schön. Und dann haben wir am Nachmittag die Gelegenheit ergriffen und sind endlich mal Jetski gefahren - zum Glück will Henrik immer unbedingt alles mal ausprobieren, so dass die Kids natürlich alles mitmachen können (und ich muss!). Jetski ist definitiv nicht meins, viel zu schnell und viel zu nass, aber alle anderen fanden es super, und sogar Tom durfte mal fahren - wurde von mir aber ein bisschen gebremst. Wieder ein Highlight abgehakt.

Am nächsten Tag sind wir weiter nach Hervey Bay gefahren, dem Ausgangspunkt für Fraser Island - Henrik hat uns noch einen super Campingplatz direkt vorne am Strand ausgesucht, so dass wir direkt vom Tisch aufs Meer blicken konnten. Nicht schlecht, wir ahnten ja nicht, dass das noch getoppt werden würde. Da Fraser Island dort die Wellen abschirmt, gibt es hier keinen Surf, aber unser Surfboard kann man auch als Boot benutzen, mit dem Paddel, das uns die nette Dame vom Kayaken am Tag vorher geschenkt hatte. Tagsüber mussten wir noch ein bisschen organisieren und einkaufen und am Mittwoch ging es dann los.

Wir haben frühmorgens unser Auto,
einen Allrad-Jeep,
bei Aussie Trax abgeholt,
bekamen noch eine kurze
Einführung (no worries...), haben
alles eingeräumt und los ging`s. Um 10 Uhr fuhr die Fähre nach Fraser (wie gesagt, Fraser Island ist die größte Sandinsel (ca. 125 km lang) der Welt, daneben der einzige Ort auf der Welt mit Regenwald auf Sand und dazu noch total schöne und klare Frischwasserseen im Landesinnere). Auf der Insel kommt man eben nur noch mit 4X4 weiter - im Inland geht es über Sandtracks, die aus mehr oder weniger tiefem Sand bestehen, einspurig sind und lustige Ausweichbuchten haben. Höchstgeschwindigkeit 30 kmh.


Auf der Ostseite der Insel kann man dann am Strand entlangfahren, der Autobahn, Höchstgeschwindigkeit 80 kmh - allerdings muss man auch hier höllisch aufpassen, da immer mal wieder Frischwasser-Creeks (Bachläufe) ins Meer fliessen, die dann mehr oder weniger tief sind und durch die man dann durchfahren muss. Durchs Meer (= Salzwasser) darf man natürlich nicht fahren, da das Gift für das Auto ist. Daher auch Abenteuerspielplatz - man kann sich so richtig austoben.



An der einen Stelle am Indian Heads, was eigentlich kein hoher Berg war, eher ein Hügel, aber halt megatiefer Sand, blieben wir auch prompt stecken - auf der Karte war schon "Low Range" verzeichnet, und die drei Autos, die weiter vorne standen haben uns auch nicht weiter irritiert - Henrik fuhr zwar in Low Range rein, war aber viel zu langsam, da wir uns noch die Australier anschauten, die ein MEGA-Boot über den Hügel ziehen wollten (und natürlich auch schon stecken geblieben waren)... das Auto hinter uns blieb dann auch noch stecken, weil sie auch zu langsam waren, da sie uns dreimal fragten, ob wir okay wären. Ende vom Lied, wir steckten alle fest...die Australier mit dem Boot zogen sich mit Seilwinde und Seil am Baum raus, die von hinter uns hatten irgendwelche Megateile zum unterlegen und uns blieb nichts anderes übrig als Schaufel raus, Luft aus den Reifen und erstmal rückwärts rausschieben. Und dann im zweiten Versuch voll Stoff durch den Sand und dann klappte es auch - und fast alle Beteiligten fanden es großartig!
Dass die Natur grandios ist, muss ich wahrscheinlich gar nicht erwähnen - ich habe noch nie so weiße Strände wie am Lake McKenzie gesehen, ein malerisches Schiffswrack am Meer, regenbogenfarbige Sanddünen, die sogenannten Champagne-Pools am nördlichen Ende der Insel - es ist ein Traum.
Lake Wabby
Lake Birraween
Lake McKenzie
Maheno Wreck
Champagne Pools


Aber das besondere Highlight war, dass man einfach am Strand in den Dünen zelten kann, man sucht sich ein Plätzchen, schlägt sein Zelt auf und ist angekommen. Leider konnten wir direkt am ersten Abend gleich mal die Regenfestigkeit unserer Zelte ausprobieren, zum Glück konnten wir noch im Trockenen essen (Spaghetti Bolognaise), aber dann hat es einfach nur geregnet - also geht man einfach früh ins Bett.



Hannahs 1. Geburtstag
Hannahs 10. Geburtstag
Zum Glück war es morgens wieder trocken - und wir konnten Hannahs Geburtstag im Trockenen feiern. Den Kuchen haben wir schon vorab mitgebracht und die Geschenke natürlich auch! Den zehnten Geburtstag am Strand in Australien zu feiern ist ganz bestimmt auch etwas Besonderes... und Hannah hat ja sogar auch ihren ersten Geburtstag hier verbracht...
Die zweite Nacht waren wir auf einem Campingground, und wir konnten sogar duschen und unser Geschirr spülen - auch nicht schlecht. Hannah hat sich zum Geburtstag "Eierschlacht" gewünscht - Eier nach Wunsch, also Spiegelei, Upside-down, Rührei, Ei im Brot, als French Toast usw. - allerdings haben wir festgestellt, dass rohe Eier auf einer ziemlich ruppigen Piste nicht das beste Essen ist, welches man mitnehmen kann, das Rührei war sozusagen schon fertig!

Die letzte Nacht blieben wir wieder am Strand, weil wir das einfach soviel schöner fanden. Ein bisschen spannend war auch, dass es hier ziemlich viele Dingos (wilde Hunde) gibt, die sich wohl in letzter Zeit etwas aggressiver gezeigt haben - es wurde auf jeden Fall von den Rangers immer wieder gewarnt, dass man nicht alleine unterwegs sein soll, die Kinder immer nah bei sich haben soll und für den Notfall einen Dingostock mit sich führen soll, um sich zu verteidigen - einen Dingo haben wir übrigens nicht gesehen...


Ins Meer konnte man auf dieser Seite leider nicht, da die Strömung hier
viel zu stark war, dafür konnte man in den Frischwasserseen nach Herzenslust baden. Man musste eh immer seinen Tag gut planen, da man am Strand immer zwei Stunden vor und nach der Flut nicht fahren durfte, da dann der Strand zu klein und zu weich für Autos war - die Zeit hat man dann meistens im Innern der Insel verbracht...oder mit Fahrten auf den Tracks im Innern, was richtig viel Zeit kostete, da die Strecken teilweise echt heftig waren - ich sage nur "Humpty-dumps" oder "Rütteldidüttel"...und weise nochmal auf das Rührei hin.






Insgesamt war es einfach unglaublich schön - wie ihr an den Bildern sehen könnt - obwohl ich mich nach den 4 Tagen auch wieder auf den Luxus unseres Wohnmobils gefreut habe und endlich keinen Sand mehr, der wirklich überall war!

BYE BYE, Fraser....