Sonntag, 27. März 2016

21.03. - 26.03.2016: Lakes Entrance und Jindabyne

Nachdem wir ja eigentlich die Ostertage an der Küste verbringen wollten, dort aber einfach alles ausgebucht war, haben wir unsere Pläne geändert und haben in der Woche vor Ostern noch einen Abstecher an die Küste gemacht - allein die Fahrt vom Mount Buffalo nach Lake Entrance war grandios. Nach der Great Ocean Road sind wir so auch noch die Great Alpine Road gefahren, durch diverse Skiorte und über echt hohe Pässe (unser Wohnmobil hat auch alles ganz brav mitgemacht).










Wieder an der Küste haben wir uns einen kleinen Campingplatz gesucht und haben 2 Tage damit verbracht, einfach ein bisschen an der Küste abzuhängen, Strandspaziergänge zu machen und zu baden - allerdings merkt man jetzt schon deutlich, dass es Herbst wird, und es somit doch abends schon ziemlich kalt wird.

Mittwoch sind wir dann wieder ins Landesinnere gefahren und haben eine Nacht in einem Nationalpark in Buchan verbracht, da dort ziemlich große Höhlen zu besichtigen sind - in der Nacht waren wir mit ein paar Possums und Kängurus alleine in dem Park und wir haben ein großes Lagerfeuer gemacht und den Sternenhimmel genossen. Am nächsten Tag nach der Schule haben wir uns eine der Höhlen angeschaut, den Fairy Cave, eine unglaublich weit verzweigte Höhle mit ganz verwinkelten Gängen, in denen sich sogar Tom teilweise bücken musste - es war wirklich spannend und wir waren alle total begeistert - ich habe so eine Höhle noch nicht gesehen...

Nach der Höhlenführung sollte es weiter in Richtung Mount Kosciuszko (von den Australien liebevoll "Kozzie" genannt), dem höchsten Berg Australien gehen, den wir natürlich unbedingt besteigen wollten. Angefixt durch das Mountainbike Rennen in Bright, wollten wir mehr und Henrik hat extra die "Downhill-Strecke" für Wohnmobile rausgesucht. Wir hatten 170 Kilometer zu fahren und auf dem direktesten Weg war schon in unserem Strassenatlas angezeigt, dass ein Teil der Strecke "UNSEALED" sein sollte - wir haben auch einen Ranger gefragt, ob die Strecke machbar ist... naja, für Wohnwagen ungeeignet, sehr eng, steil, kurvig und nicht asphaltiert, aber "stunning views" und normalerweise machbar ... wie auch immer, man kann es sich denken, das war unsere Strecke, quasi wie für uns gemacht.

Normalerweise fahre ich ja immer, aber dieses Mal habe ich mich geweigert... am Anfang war auch alles noch ganz entspannt, zwar nicht asphaltiert, aber recht gut zu fahren. Dann ging die Bergstrecke los, und es war halt echt einfach eng und steil - glücklicherweise herrschte kaum Gegenverkehr, bis uns irgendwann plötzlich ein Bus entgegenkam, aber an einer ziemlich guten Stelle, so dass keiner zurücksetzen musste...aber die Aussicht war wirklich grandios. Wir hatten ja damit gerechnet, dass wir so ca. 35km unsealed road haben, aber irgendwie ging es dann erst richtig los - die Strasse wurde immer schlechter, mit riesigen Schlaglöchern, teilweise musste man fast klettern, wie gesagt, genau das Richtige für ein WoMo... Nach mehr als 70 Kilometer unsealed hatten wir es geschafft - mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 kmh für die gesamte Strecke und sogar Henrik musste zugeben, dass es doch ziemlich heftig gewesen war (offen gestanden waren wir ganz schön froh, dass unser Wagen nicht auseinander gefallen ist)! Aber wir waren ja gut angekommen, in Jindabyne, der Ort, von dem aus man am besten Kozzie erkunden konnte. Unser Campingplatz war fast wie ein Nationalpark Campground, mit vielen Kängurus, massig Platz und viel Holz für Lagerfeuer - was wir in den nächsten Tagen perfektioniert hatten. Am Anfang mussten wir den Kindern noch zeigen, wie man ein Feuer in Gang bekommt, aber mittlerweile haben sie es echt drauf - und an der Rezeptur des perfekten Stockbrotrezeptes arbeiten Hannah und ich noch. Wir sind aber schon ziemlich gut dabei.




Am Donnerstag wollten wir - es war perfektes Wetter laut unserer WetterApp (habe ich diese nicht letzt noch gelobt?) - eigentlich auf den Kozzie, allerdings regnete es morgens, so dass wir unsere Pläne nochmal umschmeissen mußten. Nach dem Einkaufen haben wir uns kurzentschlossen Mountainbikes ausgeliehen und sind (ganz nach unseren Vorbildern in Bright) Crosscountry gefahren, zwar eine einfachere Strecke, aber für das erste Mal hatten es diese 15 Kilometer schon in sich. Auch hier gab es kleinere Strecken downhill, die wir vorher natürlich auch hochfahren mussten...vielleicht ist Tennis doch nicht die richtige Sportart - mal abwarten. Auf jeden Fall war es ein toller Nachmittag und es hat uns allen richtig Spass gemacht.



Am Freitag, Godfriday, sollte es laut Wettervorhersage regnen, so dass wir nur einen Tag rumgammeln eingeplant hatten - was soll ich sagen, in der App war schlechtes Wetter, am Himmel schien die Sonne - aber wir trauten der Sache nicht so recht und haben unsere Bergbesteigung auf Samstag verschoben, da dann wirklich super Wetter sein sollte. Wir waren nur kurz am See, haben viel gelesen, gesportelt, abends wieder Lagerfeuer gemacht und sind früh ins Bett, da ja nun wirklich unsere Besteigung des Mount Kosciusko bevorstand...wir sind recht früh aufgestanden, dann nach Thredbo gefahren (das größte Skiresort Australiens) und von da konnte man erstmal mit einem Sessellift fahren, damit die Besteigung auch nicht ganz so hart war - vielleicht hätte es uns stutzig machen sollen, dass der Weg auf den Gipfel als "kinderwagentauglich" beschrieben wurde.

Nun ja, was soll ich sagen, es war Ostersamstag, traumhaftes Wetter und wir pilgerten mit ca. 500 000 anderen Leuten auf den Gipfel, der absolut unspektakulär war. Nach 6,5 km Boardwalk oben angekommen, konnten wir uns in die Reihe stellen, um ein Gipfelfoto zu machen - es war furchtbar. Es wäre eine schöne Wanderung gewesen, aber mit all den anderen Leuten eher nervig. Aber, wir waren selbst Schuld und eine Erfahrung reicher...we conquered the Kozzie!
We did it  -  Mount Kozzie!

Auf der Sesselluftfahrt nach unten haben wir den MTB Fahrern zugeschaut, die wie die Irren den Berg runter gerast sind - diese Sportart verfolgt uns jetzt ein bisschen. Am Nachmittag waren wir wieder auf unserem Campingplatz und haben den Abend mal wieder mit einem Lagerfeuer eingeläutet - dieses Mal ein besonders großes, da es ja das Osterfeuer war.




In diesem Sinne - frohe Ostern Euch Allen!




2 Kommentare:

  1. Ach, hier passt es ja viel besser: Fröhliche Ostern, wenns auch fast schon wieder vorbei ist! Ganz liebe Grüße von Euren Heidelbergern

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    1. Gleichfalls! Wir hoffen, es geht Euch gut... Liebe Grüße von uns Allen!

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